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Die Qual der Wahl

Sag mir was du spielst und ich sag dir wer du bist --- Warhammer-Sprichwort

s gibt auf dieser Welt ziemlich viele Menschen... Einige von ihnen spielen Warhammer... Unter "Warhammer spielen" verstehe ich was anderes als nur spielen, ich kenne einige, die haben Hunderte von Miniaturen, aber sie haben noch nie eine Schacht geschlagen. Sie sammeln oder bemalen oder träumen oder was auch immer... Also bleiben wir einfach mal bei denen, die irgendwie und irgendwo auf die eine oder andere Weise mit Warhammer ! freiwillig ! und nicht beruflich zu tun haben. Es sind natürlich auch sehr viele, eine ganze Menge könnte man sagen. Niemand weiss wohl wieviele genau, und niemand will es auch wissen, außer die Vertriebsleute bei GW vielleicht. Und das auch nur aus beruflichen Gründen, in ihrem normalen Leben wollen sie bestimmt etwas anderes, keine Ahnung was, Urlaub in Australien verbringen oder ein neues Auto kaufen. Hat aber jetzt nichts mit der Sache zu tun. Bleiben wir also bei unseren "Freiwilligen"...

as ist denn mit denen ?, - fragt Ihr mich. Kundschafter der Waldelfen (90218 Byte) Nichts ist mit denen , werde ich Euch antworten. Nichts. Von der Tatsache abgesehen, dass einige von diesen Jungs und unter Umständen und ein wenig Glück auch Mädels mit dem Wort Warhammer etwas mehr anfangen können, als meine Mutter, die schon immer behauptet hatte, ich sei ein Spinner. Sie hat sicherlich recht. Ich habe auch nie versucht es ihr auszureden. Wieso auch ?.. Ich meine jede Mutter (ok, fast jede) träumt davon, dass ihr Sohn, bzw. Tochter eines Tages was ganz großes und tolles sein wird. Mit dem Gedanken gehen sie durch all die Jahre, die wir zuerst im Kinderbett, danach im Kindergarten, nachher in der Schule und letztendlich bei irgendeinem Studium oder Ausbildung verbringen. Sie ertragen alles, sie lieben ihre Kindern und werden sie immer lieben, was auch kommen mag. Aber insgeheim hofft jede Mutter oder fast jede von ihnen - der Tag wird kommen und ich werde stolz auf mein Kind sein. Und der Tag kommt...Nur stellt die Mutter plötzlich fest, dass Ihr Kind wirklich was großes geworden ist. Ein ganz großer Spinner, der mit Soldaten spielt, nicht an die Altersvorsorge denkt und sich nicht für den Rest der Verwandtschaft interessiert... und sie liebt ihr Kind trotzdem, aber irgendwo ist sie wahrscheinlich ein wenig enttäuscht, nicht sehr, aber ein ganz klein wenig.. Deswegen möchte ich es ihr nicht ausreden und nicke mit dem Kopf und sage, ja Mutter, Du hast ja so recht... Danach gehe ich zu mir nach Hause, hole meine Farben raus, schmeisse eine Eric Clapton CD in den Player und die Welt ist wieder in Ordnung...

ir sind alle Spinner , Jungs und wenige Mädels, alle... und das ist wohl das schöne daran... Es tut gut ein Spinner zu sein. An der Stelle bitte keine Parallele zu einem bekannten Big Brother Song ziehen. Der Satz ist mir von alleine eingefallen :-) Aber auch Spinner unterscheiden sich voneinander, und Warhammer-Spinner sowieso. Die Unterschiede beginnen schon beim Alter und enden bei den Essgewohnheiten. Ich kenne einige von diesen Menschen und ich habe immer versucht diese Spinner-Kollegen zu beobachten um einfach irgendwann rauszufinden, wie sich normale menschliche Gewohnheiten oder sagen wir besser Charakterzüge auf Warhammer auswirken. Das beste Beispiel dafür ist allerdings unbestritten die Auswahl der Armeen. Es gibt dann noch andere Punkte, wie Qualität der Bemalung, oder überhaupt Vorhandensein von solchem, Zusammenstellung der Armeelisten, Verhalten während des Spielens usw. All die Punkte sagen uns einiges über den Mensch aus. Aber bleiben wir vorerst bei den Armeen. Ich behaupte mal, allein daraus kann man über den Mensch zum Teil ziemlich schlau werden. Ich kann mich sicherlich irren. Ganz klar. Aber lasst mich einfach mal damit probieren, mal sehen was dabei rauskommt...

ieviele Völker gibt es denn bei Warhammer ?.. Einige, das wissen wir. Aktuelle und auf-Eis-gelegte, kommende und irgendwo in den achtziger versunkene... Es ist mir unmöglich auf alles anzugehen. Ich kenne z.B. niemanden der Norsca spielt. Ich habe von einem solchen gehört, aber ihn nie gesehen. Ist wohl eine aussterbende Rasse, sowie Norsca selbst. Wie wollen wir denn beurteilen?.. Ich weiss, es gibt so gut wie keinen WH-Spieler, der nur eine Armee hat, dafür eine ganze Menge mit zwei, drei und mehr Armeen. Und sogar manche, die über alle Armeen verfügen. Es gibt sie aber nicht oft, also lassen wir sie auch aus dem Spiel. Gut, wo waren wir denn. Mehrere Armeen. Eins habe ich festgestellt, auf meinem eigenen Beispiel und mehreren anderen. Man kann fünf oder sechs Armeen haben, aber immer ! gibt es eine, die den Titel "Lieblingsarmee" bekommt. Eine, die uns am meisten anspricht, eine die wir heiss innerlich lieben und pflegen. Und das ist der Punkt. Aufgrund von dieser Einstellung wird es uns möglich sein, die Haupttypen der Warhammer-Fangemeinde zu definieren oder besser gesagt zu "klassifizieren".

o fangen wir an? Bei Untoten oder Echsen? Oder Chaos. Wenn Chaos, dann Tiermenschen oder Dämonen ? Ist auch ein Unterschied... Versuchen wir doch mal mit dem Imperium. Ist ja die erste neue Armee bei der 6.Auflage. Also dann los...

mperium... das Land der Menschen, auch zeitlich am Nähesten an uns angelegt. Es fällt wirklich nicht schwer sich damit zu identifizieren. Imperium hat alles, grosse Kanonen, viele Pferde, Musketen, Armbrüste, Bogen, Pistolen, Hellebarden, Speere, Schwerte usw... Vielfältig, keine Frage. Aber nicht unbedingt anspruchsvoll. Ich dachte eine ganze Weile , Imperium wäre meine Liebslingsarmee bis ich irgendwann kapiert habe, sie ist es nicht. Ich habe mich immer für diese unzählige grosse Regimenter, Dampfpanzer und Kriegswagen begeistert, aber etwas hat immer gefehlt, war einfach nicht da, dieses warme Gefühl, das irgendwo unter dem Brustkorb entsteht, wenn man bloß daran denkt. Aber lassen wir auch mich aus dem Spiel. Wer spielt denn Imperium? Zum ersten erfordert Imperium viele Figuren, also jemand der auf ein Konto im schwarzen Bereich nicht sehr grossen Wert legt. Zum zweiten wollen diese viele Figuren bemalt werden, also fleissig muss derjenige sein, oder besser gesagt er sollte ein enormes Durchhaltenvermögen haben. Imperium verfügt über viele durchschnittliche Einheiten, also bedeutet es, unser Spieler sollte taktisch bewandt sein, um die Armee zum Sieg führen zu können. Im Vergleich zu den Chaoskriegern bieten sich einige Möglichkeiten auch im Spielstil. Man kann offensiv spielen, oder sich hinter den Hecken vergraben. Flankenangriff oder Frontalstoss. Es gibt alles. Ein offenes Feld. Ein offener Mensch. Allround. Heute hier morgen dort. Die Farben wechseln sich, die Stimmungen, die Regeln und die Taktiken. Aber nichts oberflächliches, das alles hat einen bestimmten Hintergrund. Flexibilität und Freude am Arbeiten. Nicht zu anspruchsvoll. Offen und ehrlich. Nicht zu romantisch. Lebensfreudig. So ist mein Eindruck, oder sozusagen ein Versuch meinen Eindruck in Form umzusetzen...

rks & Goblins... abgefahren... das ist das erste Wort, das mir dabei einfällt. Ein wenig schlampig, sowie beim Bemalen, als auch beim Spielen. Etwas frech aber trotzdem mag man solche Menschen. Sie sind immer von sich und seine Orkzen überzeugt. Niemand anderer behauptet so oft, er spiele die beste Armee der ganzen Warhammer-Welt. Niemand anderer schreit so laut und so oft beim Spielen. Niemand ißt soviel Chips und verschluckt soviel Bier, nicht einmal die Zwergenspieler :-) O&G zu spielen ist wirklich mehr als nur eine Armee zu spielen , es ist die Lebensweise :-) Orks-Spieler sind tolle Kumpels mit einer Menge Sinn für Humor. Sie sind nicht sehr rücksichtsvoll, aber nicht weil sie schlechte Menschen sind, nein, sie vergessen sich einfach zu schnell in ihrer Raserei. Aber niemand nimmt es ihnen übel. Man lacht über sie, ohne richtig sauer zu werden. Orkze eben...

werge... Einzelgänger... in sich geschlossen und sehr korrekt. Man befreundet sich mit ihnen nur sehr schwer. Sie sind irgendwie wirklich grimmig und das sage ich nicht, weil die Zwerge es sind, nein, ich habe es tatsächlich festgestellt. Sie sind sehr stolz auf sich und ihre Armee. Sie sagen es nie so laut , wie die O&G’s aber sie sind es, ich weiss es. Sie sind fleissig und lieben Details. Sie können sich tagelang mit Kleinigkeiten befassen, die nur für sie eine Bedeutung haben. Sie sind egoistisch und geradlinig. Und gierig, wie die Zwerge auf Gold, sind die Zwergenspieler verrückt auf neue Miniaturen. Mehr und noch mehr. Alle die ich kannte oder kenne, träumen von einer gigantischen einmaligen Armee aus Zwergen. Hat wohl was mit dem Traum aller Zwerge als Rasse wieder aufzusteigen zu tun :-) Sie wissen immer ganz genau was sie wollen und sie haben alle etwas, etwas verborgenes, was sie nie offengeben. Irgendwie habe ich die Zwergenspieler immer beneidet. Solch ein Gefühl der Selbstzufriedenheit (im guten Sinne) und Ausgewogenheit habe ich niemals erreichen können...

ntote... bitte nicht krumm nehmen, aber Untote-Spieler kamen mir immer irgendwie vulgär vor... viel zu theatralisch. Sie sind für mich irgendwie ein Rätsel, ich habe sie nie knacken können. Ich meine nicht die Armeen, die habe ich oft genug besiegt, nein, ich meine die menschliche Seite. Ich konnte nie sagen, ob ich sie mag oder nicht. Sie sind meistens höflich und rücksichtsvoll aber auf eine Art, die kein Vertrauen hervorruft. Es scheint dann etwas zu aufgespielt zu sein. Ich habe in ihren Augen oft so etwas wie eine Spur der Verachtung gesehen, eine ganz leichte und kaum merkbare, aber die war da, bilde ich mir zumindest ein. Sie sagen nicht viel, aber sie lassen sich auch nicht beschwatzen. So etwas wie Kälte geht von ihnen aus. Ich weiss, Kälte , tot usw, aber alles hängt zusammen oder ?....

retonen... richtige Bretonen-Spieler kennen sich mit der Geschichte aus und träumen von den Kreuzzügen... sie bemalen ihre Armeen nicht unbedingt in allen möglichen Farben wie es bei GW der Fall ist, sondern beschränken sich meistens auf zwei-drei Grundfarben, weiss und rot, schwarz und weiss oder weiss und blau. Weiss ist fast immer dabei, eine Menge weiss. Es sind Asketen. Und sie stehen nicht unbedingt auf Gralsritter oder Monster. Sie stellen zum Grossteil berittene Armeen auf, manchmal sogar ohne Zauberer(in), und haben nichts anderes im Sinn als durch das Schlachtfeld wie eine Lawine an den Feind zu reiten. Ich mag die Jungs. Ihre Augen haben einen besonderen Glanz. Und gehe jede Wette ein, sie können mit den Frauen gut umgehen, obwohl ich nie einem dabei zusah...

ochelfen... wieso nicht einfach Elfen ? Weil die Unterschiede enorm sind... Also Hochelfen. Prunk und Glanz und Farben. Sie sind nicht hochnäsig, die HE-Spieler, keineswegs, das überträgt sich zum Glück nicht. Sie sind einfach anders. Anspruchsvoll. Verträumt. Penibel. Ich habe einem mal zugesehen, wie er seine 10.000 Punkte Armee nach der Schlacht eingepackt hatte. Junge, Junge... das war eine Zumutung. Er hat jede einzelne Figur wie ein Baby verstaut, vorsichtig und irgendwie fast zärtlich. Nervensägen... und irgendwie Langweiler... tut mir leid Jungs :-) Ach ja, die Mädels auch ! Genau, die Hochelfen ist ja die beliebteste Rasse bei der welblichen Warhammer-Truppe. Da habe ich sogar genaue Zahlen. Ich kenne vom Sehen , Hören und Mailen vier Frauen die Warhammer als Hobby gewählt haben (zwei davon sind sogar verheiratet). Und ob ihr es glaubt oder nicht, drei spielen leidenschaftlich Hochelfen... viel Stoff zum Nachdenken...

aldelfen... einfach intelligent... mögen Kundschafter, die wohl am besten die Waldelfen–Lebensphilosophie darstellen. Akkurat und konsequent. Die Armeen sind meistens komplett bemalt und dazu sogar ganz gut. Sind diejenige, die nicht sehr viele Armeen haben und keineswegs nach vielen Miniaturen streben. Sie nerven nicht, wie die Hochelfen, werden nie laut wie die Orks, sie sind einfach freundlich und irgendwie stark. Ich weiss nicht warum, aber immer habe ich ein Gefühl der Stärke das von ihnen ausgeht. Sie wissen, dass sie nicht so schnell zu schlagen sind, nicht als Armee und auch nicht als Mensch...

unkelelfen... kenne niemanden... Ich habe schon die Menschen gesehen, die Dunkelelfen spielten, aber es war für sie so eine Art Nebenjob. Es gibt wirklich viele, die sich für Naggaroths begeistern, aber wohl niemand oder nur sehr wenige , die sie wirklich innerlich lieben. Klar, gibt es Ausnahmen, aber die Tendenz...es gibt etwas an den Dunkelelfen, was es fast unmöglich macht, sie zu lieben, etwas ganz fremdes. Ich kann es auf jeden Fall nicht. Jetzt, wo neue Figuren da sind, spielt sogar jeder zweite Dunkelelfen, aber trotzdem kenne ich niemand der behaupten könnte, er liebe sie.

kaven... eigentlich ziemlich lustige Typen, die von Gedanken an ein unterirdisches Reich total fasziniert sind. Was aber nicht heisst, sie mögen kein Licht. Im Gegenteil. Sie sind verletzlich, nehmen vieles persönlich und achten sehr genau auf die Regeln. Werden unglücklich, wenn es zu Streitereien kommt. Ziemlich unkonsequent und manchmal einfach chaotisch. Aber gute Freunde und im Prinzip tolerant, wenn es dabei nicht gerade um die Regeln geht. Sie wollen alle irgendwann mal ganz toll das Todesrad und die Höllenglocke bemalen, schaffen es aber nie bis zum Ende, zumindest nicht die, die ich kenne... Überhaupt was Bemalen angeht, da sind sie ziemlich ungeduldig. Und noch was... wenn sie verlieren, dann werden sie gemein, indem sie die Interesse verlieren und den Gegner dazu zwingen vorzeitig abzubrechen ohne ihn den Sieg richtig auskosten zu lassen. Ja, Ihr Ratten, das habe ich mehrfach auf meiner eigenen Haut erlebt und es war alles andere als schön...

chsen... Waisenkinder (nicht wörtlich nehmen)... weiss nicht wieso, aber so benehmen sie sich immer. Als würden sie das Gefühl haben, irgendwie nicht ganz reinzupassen oder von schlechten Eltern zu sein...Es geht manchmal fast so weit , dass sie sich praktisch dafür entschuldigen , dass sie Echsen spielen und gleich danach , sobald sie erfahren, dass ihr Gesprächspartner auch Echsen hat, vor Freude buchstäblich explodieren. Werden lockerer und nicht so verklemmt. Das hat mich immer gewundert. Ok, die Echsen passen in Tolkien-Fantasy nicht ganz rein, aber es ist trotzdem keine Sünde sie zu spielen... ansonsten wirklich nette Jungs und auf keinen Fall schleimig...

haos... da gibt es jede Menge Unterschiede. Da wäre zuerst mal diese Kids-Chaoskrieger-Truppe. Keine besondere Merkmale, ausser laut und jung. Dann ältere-Spieler-Variante, die natürlich entweder Slaanesh oder Tzeentch spielen. Ist mittlerweile sogar ein Klishee geworden. Jemand , den ich kenne (jetzt werde ich wohl gemein) , spielt Tzeentch nur weil, es irgendwie intelligent wäre.... Aber in Wirklichkeit mag er es nicht und spielt lieber mit Orks. Und dann gibt es da noch Nurgles... das sind absolute Exoten, sehr stolz darauf dass sie mit ihren 25 Figuren auf die gleichen 2000 Punkte kommen wie der Gegener mit 100 Figuren...

nd... Chaoszwerge... schwer was zu sagen, ich bin der einzige Chaoszwerge-Spieler, den ich persönlich kenne. Daher lasse ich die Analyse weg, wer möchte kann sich das Bild selbst ausmalen. Aber was ich im Internet gesehen habe, deutete immer wieder darauf hin, dass viele Chaoszwerge nur aus einem Grund sammeln und zwar , weil die rar sind...

o... ich denke, mehr habe ich zum Thema nicht zu sagen, möglcherweise war es sogar zu viel. Jemand füllt sich jetzt wahrscheinlich gekränkt oder einfach missverstanden. Wollte ich nicht. Ich dachte nur, es wäre ganz interessant zu sehen, was alles mit der Auswahl der Armee zusammen hängt. Das kam dann dabei raus. Ist vielleicht nicht unbedingt absolut korrekt, aber hoffentlich unterhaltsam...

25.08.01 by witchhunter.