skarloc.de > Warhammer mit anderen Augen >

Ein Hexenjäger auf dem Scheiterhaufen ...
Die Weltanschauung mancher Menschen gleicht lächelnden Festungen.
- Christian Morgenstern -

ch wollt mich verbrennen... Ihr sagt ich bin ein Häretiker... Ja, das bin ich sehr wohl... Chaos... schrecklich und faszinierend, abstoßend und verlockend gleichzeitig... ist es das pure Böse oder nur ein Wunder der Natur?... oder einfach nur ein böses Wunder? eher das letzte.... Es ist ein Wunder! Nichts ist unmenschlicher in der Alten Welt als das Chaos und seine Macht... Nichts übt soviel Anziehungskraft auf mich aus, als diese endlose Tiefe des Schreckens... Keine Magie dieser Welt kann einem Wesen soviel Offenbarung und soviel Erleuchtung schenken... Ihn von dem lösen, was ihn zum Sklaven macht, zum Sklaven seiner Begierden und Sehnsüchte, Sklaven seiner Städte und Häuser, Sklaven seiner Philosophie... Der Mensch ist ein Wesen Gottes, sagen die Priester... Was ist ein Gott, frage ich Euch? Was ist diese höhere Macht? Ihr wisst es nicht... Ein Gott zu sein ist etwas, was einem die Freiheit schenkt, die Dinge zu ändern, nicht die Oberflächliche, sondern die Grundsätze der Dinge... Und die Götter der Ordnung erfanden ihre Grundsätze und verfestigten sie und danach haben sie es dem Mensch aufgetragen, diese Gesetze zu befolgen...

ann kamen die Götter des Chaos... Sie hatten keine Grundsätze, keine Philosophie... Sie waren brutal und entsetzlich, aber sie haben niemandem etwas aufgetragen, sie stellten keine Gesetze auf, sie waren einfach da und es war die Philosophie... einfach da zu sein... und Dinge zu tun, die man tun muss, um sich selbst nicht zu verraten... Die Chaos-Götter sind grausam aber ehrlich... Schaut Euch Eure Welt an, Ihr Aufrichtigen... Ihr tötet fürs Geld, Ihr verbrennt fürs Glauben, Ihr kauft Euch die Liebe und Ihr verhöhnt alles was anders ist... Aber Ihr tut so, als wäret Ihr die Heiligen, die Guten... Ihr versteckt Euch vor Euch selbst... Ihr nimmt den Schein, aber dieser Schein trügt... Ich verstecke mich nicht, ich bin frei, ich bin erlöst von Eurer "Güte"...

eder von Euch ist dem Chaos verfallen. Ihr glaubt mir nicht, aber etwas in Euch, etwas was Ihr in den Truhen und Kellern Eurer Seele verborgen schläft, etwas weiss es und stimmt mir jetzt zu. Und Ihr spürt es, dieses grinsende Nicken, dieses qualvolle "Ja", das aus den Tiefen Euren Herzen herauskriecht, wie ein Maulwurf, blind, von dem Schmutz und Erdklumpen verklebt, hungrig und hässlich, aber unaufhaltsam und zielsicher... Und wenn ES da ist, werdet Ihr sehen, im Schatten unzähliger Scheiterhaufen, die Ihr errichtet habt, dass Ihr nicht dem Chaos verfallen wart, sondern der Ordnung... Ihr seid Chaos, Ihr alle... Ich habe es gesehen und seit diesem Tag gibt es nichts mehr auf dieser Welt, außer mich selbst... Ich bin der Gott meiner selbst, ich bin mein eigener Erlöser... Ich bin ein Wesen, das in Zeit und Raum existiert und es gibt keinen höheren Sinn, als das... Ich gehe meine Wege und die sind nicht gerade, aber so ist es richtig, es gibt keine Ordnung... Ihr seid nur Gefangene Euch selbst und gleichzeitig auch Wächter... Eure Kirchen sind die Gitterstäbe, Eure Ordnung ist das Gefängnis... Nur Eures Herz ist wie das kleine Rechteck des Fensters in der dunklen Kammer Eurer Existenz. Wieso schaut Ihr denn nicht hindurch, wieso atmet Ihr nicht diese Luft ein, die von draußen hereinströmt, wieso??? Seid Ihr so feige?...

ch verfluche Euch nicht, Ihr Armseligen. Ich bin ein glückliches Wesen. Ich war mal wie Ihr, es waren schreckliche Zeiten, ich wütete umher und tötete alles im Namen der Ordnung...

ber ich konnte zu mir finden. Und wie viele von Euch können das schon behaupten... Ihr tut mir so leid... In wenigen Augenblicken werdet Ihr mich verbrennen, Ihr werdet um meinen brennenden Leib tanzen und sich freuen, Ihr werdet denken, Ihr habt mich besiegt... Aber ich sage Euch, es ist Eure Niederlage. Ihr werdet Euch dadurch nicht ändern und mich schon gar nicht, also wozu dann das ganze fröhliche Getue. Ja, ich werde nicht da sein, aber so ist wohl das Schicksal eines Wegweisers, er bleibt am Anfang des Weges stehen, während die anderen, denen er die Richtung zeigte, ans Ziel gelangen...

enug... Mich langweilen Eure Gesichter, so stolz und so dumm gleichzeitig. Ihr habt noch viele Meilen zurückzulegen bis Ihr zumindest ein kleines Teil von dem versteht, was ich Euch heute gesagt habe. Und möglicherweise könnt Ihr Euch an dem Tag an mich gar nicht mehr erinnern. Und wenn es so ist, dann gibt es keine Rettung mehr für Euch, dann seid Ihr für immer gefangen, dann seid Ihr die Sklaven.

lso, mein Henker, schau nicht weg! Du, der sich unter dem schwarzen Gewand versteckt, ich sehe Deine Augen, ich sehe diese Blutdurst, Du bist so wie ich, nur stehst Du heute auf anderer Seite des Haufens. Nur zu, mein Freund, tu es , lass dieses Fest beginnen, lass uns alle die Wahrheit in den lodernden Flammen finden. Stille Deine Durst und die Deiner Götter! Und hab keine Angst, wenn Du nachts unruhig und verzweifelt in Deinem Bett neben Deinem Weib liegst und Dich vor dem fürchtest was sich in Dir versteckt, werde ich Dich nicht aufsuchen um die Rache zu nehmen. Ich gehe für immer von dieser Welt und mein Geist wird sich auf andere Ebenen begeben und lässt Dich und Deine Götter mit Eurem armseligen Spiel weitermachen. Nur eins sage ich Dir, mein Freund, in diesem Spiel bist Du auf der Verliererseite... Und mehr habe ich nicht zu sagen. Lebt wohl...

(Das waren die letzte Worte eines unbekannten Hexenjägers, der eines Tages plötzlich zu einem der eifrigsten Anhänger des Chaos wurde...)

19.03.2001 by witchhunter

Der Kommentar von Poliorketes - Gates of Dawn

st es nicht finsterste Häresie, solch abscheuliche Verfehlungen in Wort und Schrift festzuhalten? Muß nicht das gemeine Volk vor den üblen Verlockungen gechützt werden, die diesen Sätzen innewohnt? Ist es der weisere Weg, alles Wissen über die dunklen Götter zu sammeln, um ihren Umtrieben besser begegnen zu können, oder gibt man sich selbst der Verdammung anheim, wenn man mit besten Absichten die Ränke der Verdammten studiert? Sollte nicht alles Zeugnis über die Taten der Höllenfürsten venichtet werden, auf das niemand in versuchung gerate, sich ihrer Kräfte zu bedienen? Immer wieder waren es die scheinbar reinsten, heersten Feinde der Finsternis, die ihren Verlockungen erlagen, die mehr Unheil über die Welt brachten als die verderbtesten Mordgesellen. Wer kann sagen, wieviele Zeloten in Wahrheit im Dienste der dunklen Mächte stehen, in ihrem Auftrag die verfemend und dem Feuer der Scheiterhaufen übergebend, die die wahren Feinde des Bösen sind, so daß ein Gelehrter es nicht wagen kann, sein Wissen in Offenheit zu zeigen, sondern in geheimen Zirkeln konspirieren muß, die mehr als alles andere eine Brutstätte höllischer Kulte sind? Und so muß ich fragen, woher ihr Hexenjäger das Wissen habt, daß ihr in Eurem Kampf einsetzt, wenn nicht von den dunklen Göttern selbst?

19.03.2001 by Poliorketes

Der Kommentar von witchhunter

Ich kann allem widerstehen, nur nicht der Versuchung
- Oskar Wildes -

hr seid blind, mein Gelehrter, Ihr seid blind... Ihr wollt etwas richten, indem Ihr es verbietet und vernichtet... Tut es... Lasst ruhig die verbotene Früchte wachsen, lasst sie unwiderstehlich werden... Noch nie war die Wahrheit im Feuer des Scheiterhaufen geboren, so wurde die Angst und die Furcht gesät und so ist Ihr Volk, das Ihr nicht mehr sieht und nicht mehr versteht. Die Saat Ihres Hasses wird aufgehen und die Früchte des Zorns werden bitter und giftig sein. Nur werde ich nicht mehr da sein, ich werde mit dem Rauch in den Himmel tanzen... zu den dunklen oder den anderen Göttern, dorthin wo es Eure Lügen nicht gibt...

19.03.2001 by witchhunter