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Mortheim Ostländer - der Hintergrund

Mortheim Ostländer – der Hintergrund

Mortheim Ostländer – die Regeln

Mortheim Ostländer – die Miniaturen

Ostländer (145217 Byte)Irgendwo zwischen den Hügeln und Wäldern Ostlands, eigentlich weiß keiner so genau wo, liegt eine kleine Siedlung Muromez. Ein kleines Dorf, so wie viele in Ostland. Dreißig, vielleicht vierzig Menschen bewohnen es. Es sind arme aber fröhliche Menschen. Sie sind einfach, ungebildet aber rechtschaffen und darauf sind sie stolz. Das ganze Dorf ist eine große Familie. Jeden kennt jeden und alle sind verwandt. Die Verhältnisse sind dementsprechend unkompliziert. Es gibt keine Herren oder Diener, das ist etwas was die Stadtleute brauchen. Alle sprechen einander mit Vornamen an. So etwas wie Nachnahme gibt es nicht. Und wenn jemand von ausserhalb danach fragt, so sagen die Leute: "Wir sind aus Muromez". Die Fremden nicken dann verständnisvoll und schreiben sich irgendwas auf. Danach wundern sich die Leute, wenn jemand anderer von ausserhalb sie nach Ilja Muromez fragen. Sie erklären dann geduldig diesen aufdringlichen Typen, dass Ilja einfach Ilja, der Älteste ist, aber nicht Muromez oder sonst noch was, Muromez ist nämlich der Name von dem Ort wo sie leben. Und wieder nicken die Fremden mit dem Kopf und fragen ob sie jetzt Ilja den Ältesten sehen könnten. Sicher, sagen dann die Leute, den könnt Ihr sehen, und bringen diese komische Stadtleute zu ihm.

Ilja ist der weiseste Mann im Dorf. Ilja weiß was das beste für alle ist und er kümmert sich um die Verwandten. Und stark ist er auch. Niemand will sich mit ihm streiten, da Ilja, wenn er dazu noch was getrunken hatte, ziemlich schnell sauer werden kann und dann ist er nicht aufzuhalten. Ist nicht so, daß jemand aus dem Dorf sich davor fürchten würde, verprügelt zu werden, aber es gehört sich einfach nicht mit dem Ältesten zu streiten. Das ist nicht gut.

Nur Wowik, dieser Raufbold, tut es immer wieder. Wowik war nämlich als er noch ein Kind war, mal beim Spielen ins Faß mit Bier gefallen. Als man ihn fand, lag er auf dem Boden neben dem Faß und schlief. Seine Kleider waren vom Bier durchtränkt und so wie es aussah, hat er auch einiges davon zu sich genommen. Damals war er sechs. Seit diesem Tag liebte Wowik über alles dunkles Bier. Wenn er eine Menge davon trank, wurde er immer lauter und hat alle angebrüllt. Als Kind hat man ihn bestraft, aber als er erwachsen wurde, war er nicht mehr zu bremsen. Ilja mußte Wowik ab und zu zur Vernunft bringen. Manchmal mit Gewalt. Wowik hat sich immer am nächsten Tag entschuldigt und beim Taal geschworen er würde nie wieder trinken, aber schon am Abend denselben Tages war er nicht mehr ansprechbar. Nachdem es sich paar Mal so wiederholte, hatte Ilja zu ihm gesagt, Wowik soll gefälligst keine Schwüre mehr ablegen, da er eines Tages Zorn von Taal auf das Dorf beschwören würde. Es passiert immer so, wenn einer seine Schwüre nicht hält. Und so schwor Wowik nie wieder, aber trank weiter. Manches lässt sich einfach nicht ändern.

Aber sein Bruder Nikita ist ganz anders. Nikita ist ein vernünftiger Mann. Er ist Blutsbruder vom Ältesten. Die Leute sagen, eines Tages, wenn Ilja zu alt wird oder von einem Bären im Wald zum Taal geschickt wird, würde Nikita der Älteste werden. Und es ist auch gut so. Nikita hat sich auch immer um die Familie gesorgt. Als Nastja, Tochter von Igor, dem einäugigen Jäger von einem Tiermensch überfallen wurde, hat Nikita sie gerettet. Er hatte nicht einmal ein Messer dabei aber als er Schreie aus dem Wald hörte, da rannte er hin und griff die Bestie an und erwürgte sie mit bloßen Händen, obwohl das Biest um einen Kopf größer war als Nikita selbst. Und dem Mädchen ist Taal sei dank nichts geschehen, sie hat nur ein paar Kratzer abbekommen. Als Igor in zwei Wochen von der Jagd kam und davon erfuhr, so war er sehr dankbar und hat Nikita seine ganze Beute geschenkt. Die Leute haben gewußt, daß Igor für ein richtiges Jagdgewehr gespart hatte und vom Erlös hätte er endlich genug Geld um sich eins zu kaufen. Nikita hat es Igor auch gesagt. Aber Igor wollte nichts hören. Er drehte sich ohne ein Wort um und ging in seine Hütte, wo Nastja schon auf ihn wartete.

Igor liebte seine Tochter. Eigentlich ist es im Dorf nicht üblich dass ein Jäger Kinder hat, er würde sich um sie gar nicht kümmern können. Und Igor wollte auch kein Jäger sein. Vor sechs Sommern hat er nämlich Annuschka aus dem Nachbarndorf, hinter dem Kahlberg geheiratet. Sie waren ein gutes Paar. Igor hat so gut wie nie getrunken und die Frauen mögen die Männer, die nicht trinken. Niemand weiß warum, aber es ist so. Die Ehe war auch für die Familie gut, jemand von ausserhalb bringt immer frisches Blut mit und so kann die Familie stärker werden. Nur eines Tages hat irgendwas im Wald Annuschka gebissen und sie wurde krank. Sie war wie eine Kerze ausgegangen. Gerade noch brannte sie und plötzlich war sie erlöscht. Sie starb nach drei Tagen und Igor war untröstlich. Und dann ging er zu Ilja und sagte, er will jetzt jagen gehen. Ilja war nicht glücklich darüber, aber er hat es ihm erlaubt. Ilja weiß immer was das richtige gerade ist. So hat er es auch damals gewusst. Und auf Nastja hat die Familie aufgepasst.

Igor wartete noch bis Prokofij von der Jagd kam und sie gingen zusammen weg. Prokofij ist auch ein Jäger. Er ist der älteste Jäger in der Familie. Die Leute wundern sich manchmal wie er es schaffte überhaupt solange am Leben zu bleiben und von keinem Tier oder Tiermensch auf einer seinen Jagden erschlagen oder gefressen zu werden. Ilja sagt dann immer, Prokofij ist einfach verdammt schlau und hat eine Menge Glück. So ist es wohl, sagen die Leute und denken nicht mehr dran. Wozu auch, die Welt um sie ist gegeben und ihr Leben befindet sich in Händen von Taal und man kann darüber nachdenken oder es sein lassen, letztendlich wird es trotzdem so kommen, wie es kommen wird.

Gleb, das ist der andere Jäger, beneidet immer Prokofij. Gleb ist jung und geht noch nicht so lange auf die Jagd. Aber wie Ilja einmal sagte, da war er schon ganz gut drauf und hatte ziemlich viel Bier getrunken, wird es Gleb nicht weit bringen. Er ist zu unvorsichtig und zu ungeduldig. Eines Tages, meinte Ilja wird es ihn sein Leben kosten. So wird er irgendwo im Schattenwald liegen und langsam verrotten. Und die Familie wird nicht einmal wissen, was mit ihm passierte. Wie damals, als Mikola, der Bruder von Stepan und Danila. Niemand weiß wo er ist. Er ist mal weggegangen um die Hirsche zu jagen und seitdem hat ihn niemand mehr gesehen. Wer weiß, was ihm widerfahren war, ein Oger, Goblinshinterhalt oder ist er irgendwo vom Fels gestürzt und hatte sich alle Knochen gebrochen. Es ist nicht gut, so zu sterben, aber so sterben die meisten Jäger.

Stepan und Danila haben das auch gesagt. Es war ihnen schade dass ihr Bruder so verschwand aber so war die Wille von Taal. Und mehr musste man dazu nicht sagen. Stepan und Danila gehen nicht weg. Sie haben Familien und Kinder und sie wollen bei der Familie bleiben. Außerdem sind sie Neffen von Ilja und er würde sie sowieso nicht gehen lassen. Jemand muss ja auch da sein, für den Fall, dass die Familie angegriffen wird und jemand muss auch sich darum kümmern, dass die Frauen und Kinder was zum Essen haben.

Muromez ist ein glückliches Dorf. Die Leute aus Muromez haben einen guten Ältesten und ihre Frauen sind gesund und gebären gesunde Kinder. Es gibt viele Kinder im Dorf. Manchmal sagen die Leute, viel zu viele und das sie ziemlich viel Essen brauchen und es gibt ja nicht viel, aber Ilja sagt, solche Leute sollen ihr Mundwerk halten und dass Kinder gut für das Dorf sind. Wenn er und andere Männer und Frauen alt werden, so werden diese Kinder bereits erwachsen sein und sich um die älteren Leute kümmern. So war es immer in der Familie und so soll es bleiben.

Eines Tages kam ein Fremder ins Dorf. Ein Kislevit. Er war unterwegs nach Praag. Kisleviten sind gute Menschen, daß wissen die Bewohner von Muromez. Vor drei Wintern kam einer von ihnen vorbei. Er war sehr unglücklich und sagte nie was, aber er war eine Weile im Dorf geblieben und hatte mit den anderen Männern gearbeitet. So hat er sein Brot nicht einfach so gegessen, sondern verdient. Solch einer ist immer willkommen. Die Leute waren natürlich neugierig und wollten wissen, wo dieser Kislevit herkommt und wo er hingeht und wieso er nichts außer einem Schwert und Rüstung dabei hat, nicht einmal einen Umhang. Aber der Kislevit wollte nichts erzählen, er wurde nur sehr grimmig dabei und die Leute haben ihn nicht mehr danach gefragt. Nur Ilja wußte mehr über ihn. Am ersten Tag, als er ins Dorf kam, saßen die beiden in Ilja Haus und haben ganze Nacht geredet. Irgendwann fragte jemand von den Leuten Ilja, was der Fremder wohl ihm damals alles erzählte. Ilja antwortete kurz, es ginge niemanden was an und das wenn jemand alles verloren hatte, sollte er doch Recht haben zumindest das Wissen darüber für sich zu behalten. Und etwas trauriges war plötzlich in Ilja Gesicht zu sehen. So haben Ilja die Leute noch nicht gesehen und deshalb haben sie aufgehört zu fragen.

Und jetzt kam noch ein Kislevit ins Dorf. Er war gut bewaffnet und war anscheinend reich. Für Ostländer sind alle reich die ihre eigene Rüstung und Waffen tragen. Er hatte viele Narben auf dem Gesicht und zwei Finger haben ihm auf seiner linken Hand gefehlt. Er war wirklich ein ungewöhnliches Bild für Leute. Und wieder saß Ilja in seinem Haus mit dem Fremden und sie redeten und tranken, aber sie waren nicht laut. Und als die Frau von Ilja, die Maria, darein wollte, um das Geschirr abzuräumen, so sagte ihr Ilja, sie soll gefälligst verschwinden und ihre Nase nicht in Angelegenheiten der Männer stecken. Am nächsten Morgen war der Fremde weg. Alle haben sich gewundert das er so schnell wegging. Und dann kam Ilja aus dem Haus und sagte er geht mit Nikita in die Stadt. Und noch sagte Ilja, daß die Jäger, wenn sie zurückkommen, auf ihn warten sollen und nicht wieder jagen gehen. Nikita wunderte sich aber sagte nichts und ging seine Sachen für die Reise packen. Alle anderen wunderten sich aber sie wußten, Ilja wird erst dann was erzählen, wenn er es für richtig hält. So gingen alle arbeiten.

Ilja und Nikita waren lange weg. Mehr als zehn Tage. Als sie zurückkamen hat es geregnet. Die beiden waren naß aber aufgeregt und fröhlich. Sie hatten sogar ein Pferd dabei und dieses Pferd war beladen. Ilja packte alles aus und die Leute sahen viele Waffen und Rüstungen. Das war jetzt wirklich ungewöhnlich aber die Leute haben gelernt geduldig zu sein. Heute abend, sagte Ilja, werden wir ein Fest machen und dann werden wir reden. Gut, sagten Leute und gingen arbeiten.

Am Abend des Tages versammelten sich alle Leute im Ilja Haus. Das war ein schönes Fest, es gab viel zu essen und zu trinken. Die Stimmung war fröhlich. Niemand wußte was auf sie zukommt aber irgendwie waren sich alle zuversichtlich. Irgendwann, als es langsam dunkel und die Stimmung immer heiterer wurde und Stepan mit Danila sich bereits zwei Mal geprügelt hatten, sprach Ilja. Sofort wurde es still.

Und Ilja erzählte den Leuten von Mortheim, der Stadt der Verdammten. Von Zorn Sigmars, der die Stadt zerstörte. Von den Ruinen und den Bestien, die darin hausen. Von den Gefahren, die dort lauern. Und von dem Morsstein... Davon wie reich man dort werden kann, wenn man etwas Glück und Verstand besitzt. Das war wie ein Märchen. Alle hörten zu und sogar Wowik wurde leise und stellte sein Bier weg. Und dann sagte Ilja, in drei Tagen werde ich und einige Männer nach Mortheim gehen und unser Glück versuchen. Niemand widersprach, der Älteste hat gesprochen. Ilja schaute schweigsam die Leute an. Er konnte Angst in Augen der Frauen sehen und Freude in Augen der Männer. Ein Ostländer ist immer darüber froh, wenn es einen guten Kampf geben soll. Und wenn man dabei noch reich werden kann...

Keiner von ihnen wußte, wie es kommen wird. Niemand konnte es auch wissen. Niemand konnte wissen, dass sie es tatsächlich bis nach Mortheim schaffen. Das sie unterwegs einen verletzten Oger namens Bol’shoj treffen und ihm helfen und er dafür mit ihnen nach Mortheim geht und dort einer Menge Reikländer die Rippen bricht. Und dass ein Taalpriester sie in Mortheim aufsucht und erzählt er sei von Taal geschickt worden um ihnen zu helfen. Es wird ihm zuerst keiner glauben aber als er mit einem Taalgebet ein dreistöckiges Haus abstürzen läßt und darunter einige Orks begräbt, da wird keiner mehr daran zweifeln, dass Rürik tatsächlich ein Gottesdiener ist.

Niemand vermutet, daß Ilja im Kampf gegen die Ghoule sein linkes Bein verliert. Das Gleb, so ungeduldig wie er ist, viel zu schnell eine Donnerbüchse abfeuern wird und die daraufhin explodiert und Gleb seine Ungeduld mit seinem viel zu kurzem Leben zahlen wird. Das sie tatsächlich Morsstein finden werden und es verkaufen und so viel Geld dafür bekommen, dass jeder sich wie ein Ostländert (89408 Byte) Stadtmensch kleiden kann und Igor ein Doppellaufgewehr kaufen wird und Prokofij eine Doppellaufpistole. Dinge die es in einem Ostland-Leben gar nicht gibt. Und das Wowik sich eines Tages betrinkt und allein kopflos in die Ruinen geht und dann den Mutanten über den Weg läuft. Und das seine Überreste von den Marienburgern gefunden werden, die ihn eigentlich suchen werden, da er ihren Anführer verprügeln wird. Niemand wußte daß Nikita ein sehr guter Schwertkämpfer sein wird und eines Tages mit seinem mächtigen Zweihandschwert einen echten Besessenen erschlägt. Und Igor mit dem neuen Gewehr vom Dach eines verfallenen Gebäudes einem Vampir die silberne Kugel genau ins Herz jagt... Und viele andere Geschichten. Von all dem haben die Leute aus dem Dorf Muromez nichts geahnt. Diese Geschichten mußten noch geschrieben werden. Und es war an dem Tag nicht wichtig, wichtig war , daß die Familie zusammen war und sich freute und dass sie einen guten Ältesten hatten, der an alle dachte und dass es Mortheim gibt mit seinen unermeßlichen Schätzen und dass sie hingehen und sich diese Schätze holen werden.

In drei Tagen beim Sonnenaufgang standen acht Männer auf dem Kahlberg und warfen den letzten Blick auf ihre Siedlung. Von oben sah das Dorf richtig klein aus und die Welt außerhalb riesig und bedrohlich. Aber für einen Ostländer ist es noch kein Grund Zuhause zu bleiben und so gehen die Männer dem Unbekannten entgegen. Durch den Schattenwald und über die Middenberge zu ihrem Ziel, der Stadt der Verdammten...

 
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